FREDY’S PLANTATION

Lage

Die Plantage befindet sich bei Tiassalé, einer ländlichen, ruhigen Kleinstadt mit rund 20’000 Einwohnern.

Die Stadt liegt im Gebiet der Baoulé, ca. 150 km nordwestlich des wirtschaftlichen Zentrums Abidjan auf der Achse zur politischen Hauptstadt Yamoussoukro. Erreichbar ist Tiassalé über die in den 80er Jahren durch Schweizer Bauunternehmen errichtete Autobahn. Strassen und Infrastruktur werden kontinuierlich ausgebaut.

FREDY’S PLANTATION liegt auf dem Gelände von Swiss Tropical Fruit CI, das von der Familie Dähler geführt wird. FREDY’S PLANTATION kann in der wichtigen Aufbau- und Testphase auf die Infrastruktur, das Know-how und die aktive Unterstützung der beiden Profis und ihres Teams zurückgreifen. Hier haben nicht Beamte, sondern Unternehmer das Sagen.


Idee

Grundidee ist der Aufbau einer nachhaltigen pflanzlichen Mischkultur nach biologischen Richtlinien, mit einer Fischzucht in bestehenden kleineren Seen, sowie die Schaffung eines Ausbildungszentrums für Agrarwirtschaft, handwerkliche Berufe und Gastronomie.

FREDY’S PLANTATION arbeitet gewinnorientiert auf das Ziel hin, sich durch den Verkauf der produzierten Erzeugnisse selbst zu finanzieren. Es handelt sich dabei um einen Mix aus lokalem Verkauf und den Export an Kunden und ausgewiesene Partner. Wenn immer möglich wollen wir auf Zwischenhändler verzichten.

Die Anlage dient als Prototyp und soll den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie ihren Familien ein sicheres und besseres Auskommen sichern, was der ganzen Region hilft, da fast das gesamte Einkommen umgehend wieder in die Wirtschaft fliesst.


Perspektiven

Spätere Gewinne wollen wir investieren – auch in weitere Landstücke – und suchen zu diesem Zweck Gönner, um immer mehr Menschen wertvolle Arbeit und Ausbildung zu bieten.

Was Afrika dringend benötigt, sind Unternehmerinnen und Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen. Hilfsgelder, die vielfach versickern, helfen nur kurzfristig, die grösste Not zu lindern.


Ausblick – Aufforsten Savanne

Grossflächige Aufforstungen in Savannen-Gebieten sind ein weiteres Projekt. Die Afrikaner kochen aus Tradition meistens mit Holz oder Holzkohle.

Deshalb wird viel Holz geschlagen, aber niemand pflanzt neue Bäume für die kommende Generation. Ein noch sehr kurzfristiges Denken, das wir kaum begreifen können. Unsere Vorstellung: Für die Aufforstung via CO2-Kompensation Geld zu erhalten. Die Aufforstungsprojekte werden dann mit den lokalen Behörden und der Bevölkerung organisiert, die den Wald später pflegen, schützen, selektiv nutzen und erneuern. Ein Wald bindet CO2, erzeugt mehr Niederschläge und stoppt die Bodenerosion.

Hier hoffen wir auf die Zusammenarbeit mit der Regierung und grosszügige Landzuteilungen. Finanzieren möchten wir die Aufforstung vorwiegend über Spenden, da dieses Projekt keinen direkt monetären Gewinn erwirtschaften wird. Es ist eine wichtige Investition für alle Menschen, die hier und jetzt leben. Und für die Zukunft der nächsten Generation. Dies geht die ganze Welt was an.


Anbaumethode

Durch die weltweite Krise des Kakaoanbaues sowie die konstant ansteigende Nachfrage nach Kakaoprodukten ist zu erwarten, dass die Weltmarktpreise mittelfristig wieder stark ansteigen werden. Produktionshilfsmittel, die weitestgehend unter Verwendung fossiler Energieträger hergestellt werden (Stickstoffdünger, Pestizide), werden voraussichtlich auch immer teurer werden. Zudem konnten nachhaltige Lösungen für die vielfältigen Probleme mit Krankheiten und Schädlinge im Kakaoanbau weltweit noch nicht gefunden werden. Die mittlerweile fast 20-jährige Erfahrung mit Waldgartensystemen und Mischkulturen hat gezeigt, dass viele der Probleme durch eine naturnahe Bewirtschaftung vermieden werden können. Diese Erfahrungen bilden die Grundlage zum Aufbau einer nachhaltigen und ökologischen Kakaoproduktion kombiniert mit andern Pflanzen, von der alle Partner profitieren können.

Der Kakao wird in Reihen mit 3m Abstand gepflanzt, der Abstand zwischen den Kakaoreihen beträgt mindestens 4 bis 4,5m (740 bis 833 Bäume/ha). Der Zwischenraum wird während der ersten Jahre zur Produktion von Biomasse genutzt. Diese muss regelmässig mechanisch geschnitten werden, das Schnittgut wird an die Kakaoreihen angehäuft.

Zwischen die Kakaobäume werden Bananen, Frucht- und Werthölzer sowie Ölpalmen gepflanzt. Im Abstand von 16m wird zusätzlich Kautschuk gepflanzt. Hierdurch werden durch eine kombinierte Nutzung von Kautschuk und Kakao positive Synergieeffekte erzielt.

Beschattung

  • Erste Etage: 
    Kakao-Bäume
  • Zweite Etage: 
    Fruchtpflanzen wie Avocados, Orangen, Mango oder Cola
  • Dritte Etage: 
    Waldbäume
  • Vierte Etage: 
    Fromager, Iroko, Kapokier

Zeitachse

2014

  • Aufbau Baumschule/Plantage
  • Anpflanzung der Kakao- und Kautschukbäume mit Mischkulturpflanzen
  • Erstellung der Gebäude für das Ausbildungszentrum
  • Sicherstellung aller Exportgenehmigungen

2015

  • Bau der Unterkünfte für Ausbildner und Fachleute
  • Aufnahme der Ausbildungstätigkeiten
  • Schaffen der Arbeitsplätze für ca. 80 lokale Mitarbeitende

2016 und folgende Jahre

  • Laufende Kontrolle und Weiterentwicklung
  • Saatgut ziehen
  • Erste Belieferung lokaler Markt

2017

  • FREDY’S PLANTATION
  • Erste Ernten
  • Aufnahme der Fischzucht

Produktion

  • Anbau von Kakao als Haupterwerb
  • Anbau von Kautschuk; auch als Schattenspender für die empfindlichen Kakaopflanzen
  • Anbau von Früchte-Kulturen wie Mango, Goyave, Mongoustan, Papaya, Orangen und Zitronen
  • Anbau tropischer Hölzer wie z. B. Teak und schnell wachsender Bäume für Brennholz
  • Anbau von Leguminosen als Bodendecker, die Stickstoff aus der Luft aufnehmen und dem Boden mehr Dünger abgeben, als die Pflanzen benötigen
  • Fischzucht mit Tilapia, einer anspruchslosen Fischart und Karpfen als wichtiger Proteinträger für die gesunde Ernährung der lokalen Bevölkerung in den bestehenden, kleinen Seen

Absatzmärkte

  • Kakao für spezielle mittelständische Schokoladefabrikanten in der Schweiz, mit garantierter Rückverfolgbarkeit von der Plantage bis zum Endprodukt
  • Kautschuk für die Weiterverarbeitung in einem Schweizer Unternehmen, insbesondere für den Eisenbahnbau, mit garantierter Rückverfolgbarkeit von der Plantage bis zur Bahn
  • Früchte für den lokalen Markt
  • Holz für den lokalen Markt
  • Fisch für den lokalen Markt

Bildung, Coaching, Führungen

  • Berufsausbildung on-the-job für Handwerker, Bauern und andere Berufe als Fundament für eine spätere Selbstständigkeit
  • Hygiene-Schulung stellt einen wichtigen Faktor dar
  • Know-how-Transfer durch Schweizer Berufs- und Fachleute auf freiwilliger und kostenloser Basis (Kost und Logis inbegriffen) als Begleitung in der Ausbildung. Dabei kann es sich durchaus auch um Profis handeln, die sich aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen haben und ihr Wissen und ihre Erfahrung jungen, lernbegierigen Menschen weitergeben möchten. Körperlich stellt dies keine Herausforderung dar. Französischkenntnisse wären von Vorteil.
  • Führungen auf der Plantage für ausgesuchte Gruppen
  • Bewirtung von Gästen und Interessierten, auch mit dem Zweck, die Vision breiter abzustützen

Primarschule

Zum Dorf und zur Plantage gehört eine Primarschule, die nach Johann Dähler benannt wurde.

Kirche

Sicher aussergewöhnlich! Hier besuchen Christen und Muslime die gleiche Kirche und treffen sich an ihren Feiertagen, Sonntagen oder Freitagen zum Gebet oder Gottesdienst.